Gottesdienst am 29. März 2020 aus Ohmden

Online-Gottesdienste aus dem Distrikt findet ihr hier

Heute kommt er aus Ohmden, und  zwar hier.

Vielen Dank an Jan Hoyler aus Jesingen für das Aufbereiten und Schneiden!!

Liebe Ohmdener

(16. März 2020)

die Ereignisse überschlagen sich und auch in der Kirche sind alle Veranstaltungen bis auf weiteres abgesagt. Das gilt auch für Gottesdienste, die seit gestern nicht mehr stattfinden. Die einzige Ausnahme sind Beerdigungen, die aber nur im engsten Familienkreis und unter freiem Himmel auf dem Friedhof stattfinden sollen. Was heute (Montag, 16.3.) noch manchen vielleicht übertrieben erscheint, kann in wenigen Tagen schon als Maßnahme zu kurz greifen.

 

Was heißt das für uns Christen?

1. Für uns gelten die üblichen Empfehlungen und Verordnungen. Alle sind aufgefordert, direkte Kontakte mit anderen so gut wie möglich zu vermeiden, Hände gründlich und häufig zu waschen, zu desinfizieren, sich nicht ins Gesicht zu fassen usw. Wer nachlässig das abtut, weil es angeblich für Jüngere nicht schlimm sei, gefährdet sich und andere.

 

2. Es wird uns bewusst, wie zerbrechlich wir sind. Ein Psalmvers, der bei Beerdigungen immer wieder gebetet wird, lautet: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“. Insofern liegt in dieser Zeit auch eine Chance. Das Dümmste ist, sein Nest in einen Baum zu Bauen, der gerade gefällt wird, sein Leben auf einen Grund zu bauen, der wegrutscht. Das heißt aber nicht, dass wir nur ans Sterben denken:

 

3. Wir können uns an Jesus Christus halten, der gesagt hat: „meinen Frieden gebe ich euch“. Auf ihn können wir unser Leben bauen und auf ihn unsere Hoffnung setzen. Das macht zuversichtlich. „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Wir brauchen uns also nicht ängstlich zu verkrampfen, wenn wir uns Jesus Christus anbefehlen.

 

4. Wussten Sie, dass es viele Psalmen oder Lieder gibt, die in solchen Zeiten zu uns sprechen und uns Haltgeben? Lesen und beten Sie doch wieder einmal den Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln...“ oder das oben erwähnte Gesangbuchlied von Dietrich Bonhoeffer „Von guten Mächten wunderbar geborgen...“. Für Generationen von Christen waren solche Psalmen und Lieder eine Stütze, und das auch in Pestzeiten und Hunger- oder Kriegsjahren.

 

5. „Keiner lebt für sich allein“, war das Thema der Predigtreihe im Januar und Februar. Wie können wir in dieser Zeit einander helfen (ohne einander zu gefährden)? Können Jüngere für die Älteren oder Immunschwachen zum Beispiel das Einkaufen übernehmen? Können wir unsere Augen offen halten und telefonisch mit denen in Verbindung bleiben, die in unserer Nachbarschaft sonst auf sich gestellt wären?
Auch wir als Kirchengemeinde Ohmden möchten uns dafür einsetzen, dass gerade die Gefährdeten nicht vergessen werden. Falls Sie Nachbarschaftshilfe brauchen aber nicht gefunden haben, können Sie sich ans Pfarramt wenden. (Oder auch, wenn Sie zu keiner Risikogruppe gehören und gerne helfen).


Natürlich können Sie sich auch in seelsorgerlichen Fragen an mich wenden (Tel. 07023 954 17 86).

In diesen stürmischen Zeiten wünsche ich Ihnen Gottes Frieden – und bleiben Sie behütet!

Ihr Pfarrer Christoph Schilling


Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele Ps. 121,5


Hinweis: Die Glocken läuten sonntags morgens auch, wenn keine Gottesdienste in der Kirche stattfinden. Sie laden ein zum Gebet zu Hause.